Arbeitskreis Konfrontationen

Eliane Jeannin-Garreau

Eliane Jeannin-Garreau, wird am 18. März 1911 in Bayonne, im Südwesten Frankreichs geboren. Zwischen 1933 und 1937 studierte sie in Paris Malerei, muss dieses Studium jedoch wegen ihrer Finanznot aufgeben und arbeitet in der Folge als Bankangestellte. Nach dem Aufruf von General de Gaulles am 18. Juni 1940, aktiven Widerstand gegen die deutschen Besatzungstruppen zu leisten, schließt sie sich der französischen Widerstandsbewegung an und wird am 31. August 1943 verhaftet. Am 3. Februar 1944 wird sie nach Ravensbrück deportiert und erhält dort die Häftlingsnummer 27492.

Wie viele andere nach Ravensbrück verschleppte Frauen kommt sie dort erst einmal in die sogenannte Quarantäne. Bereits in diesen ersten 40 Tagen beginnt Eliane Jeannin-Garreau heimlich die Lebensumstände und ihre Eindrücke im Konzentrationslager zu zeichnen.

Im April 1944 kommt sie zur Zwangsarbeit nach Holleischen, einem Außenlager von Ravensbrück, wo sie Zwangsarbeit für die Skodawerke leisten muss. Die in Ravensbrück entstandenen Zeichnungen vertraut sie einer Kameradin aus Frankreich an, welche diese retten kann. Wie auch Yvonne Useldinger wird die französische Lagerkameradin im Rahmen der Aktion „Bernadotte“ evakuiert und kommt nach Schweden. Dort übergibt sie die Zeichnungen von Eliane Jeannin-Garreau dem schwedischen Studenten Bernd Nathan, der im Frühjahr 1945 ehemalige Häftlingsfrauen des Konzentrationslagers Ravensbrück betreute. Anlässlich der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Befreiung der Lager erinnerte sich Bernd Nathan an die Zeichnungen und übergab sie der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Den Namen der Zeichnerin kannte er nicht, den einzigen Hinweis auf die bis dato unbekannte Künstlerin gaben die Signaturen auf den Bildern „Eliane“ und „EJ“. Lange ging man davon aus, dass sie im Konzentrationslager ums Leben gekommen war. 1997 gelang es der Gedenkstätte über den Kontakt zu ehemaligen deportierten französischen Frauen, die Zeichnerin Eliane Jeannin Garreau ausfindig zu machen.

Sie war nach ihrer Befreiung nach Frankreich zurückgekehrt, hatte geheiratet, eine Tochter geboren und war wieder als Bankangestellte tätig.

Ende der 80er Jahre begann sie noch einmal Szenen aus dem Lagerleben zu zeichnen, um den aufkommenden Tendenzen, die Existenz der Konzentrationslager zu leugnen, entgegenzuarbeiten. Mit den Worten „Wir sind die letzten Zeugen. Und wir müssen bezeugen, was es uns auch kostet“ beschreibt sie die Motivation ihres weiteren Schaffens, dass für sie mit schmerzvoller Erinnerung verbunden ist. Eliane Jeannin-Garreau verstarb am 15. Juni 1999 im Alter von 88 Jahren.