Arbeitskreis Konfrontationen

Violette Lecoq

Zur Welt kommt Violette Lecoq am 14. Juni 1912. Als Krankenschwester arbeitet sie seit dem September 1939 beim Roten Kreuz und betreut in erster Linie Kriegsgefangene. Zugleich geht sie zur französischen Widerstandsbewegung, der Resistance. Im Rahmen dieser Tätigkeit ist sie daran beteiligt, dass 83 gefangenen französischen Soldaten die Flucht aus dem von Deutschen besetzten Gebieten gelingt.

Durch Verrat wird sie selbst gefangen genommen und kommt am 31. Oktober 1943 in einem Sondertransport nach Ravensbrück. Wie viele andere Französinnen ist sie ein sogenannter „Nacht und Nebel-“Häftling, was nichts anderes bedeutet, als dass sie spurlos verschwinden sollte: Ein Todesurteil. Der sogenannte Nacht-und-Nebel-Erlass wird 1941 vom Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Keitel speziell für die Bekämpfung des antifaschistischen Widerstandes, vor allem in Frankreich, gegen die deutsche Besatzung erlassen.

Im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück ist sie mit der Nummer 24571 eingesperrt und kommt anfangs in ein Außenkommando. Weil sie Krankenschwester ist und zudem die deutsche Sprache spricht wird Violette Lecoq in den Tuberkuloseblock versetzt. Dort wird sie Zeugin von Selektionen, welche die SS durchführt um nicht mehr arbeitsfähige Frauen zu ermorden. Seit 1945 geschehen diese Vernichtungsaktionen auch in Ravensbrück in einer Gaskammer.

Violette Lecoq fertigt viele Zeichnungen an mit denen sie den Alltag der Frauen dokumentiert. Sie wird im April 1945 durch das Schwedische Rote Kreuz evakuiert und ihre Zeichnungen dienen im ersten Ravensbrück-Prozess als Beweismaterial gegen die Aufseherinnen und SS-Angehörige.

In Frankreich wird Violette Lecoq mit der Resistancekämpfer-Medaille und dem Kriegskreuz wegen ihres Mutes und ihrer Verdienste geehrt.