Arbeitskreis Konfrontationen

Erinnerungskulturen

Die Erinnerung an den Nationalsozialismus, insbesondere den Holocaust und andere nationalsozialistische Massenverbrechen, begangen durch Deutsche und ihre Helfer, prägen bis heute die politische Kultur in Deutschland. Involviert sind heute die Überlebenden der Verfolgung und ihre Nachfahren ebenso wie die Täter, Mitläufer, Zuschauer und ihre Kinder, Enkel und Urenkel.

Die Entwicklung der Erinnerungskulturen in der Bundesrepublik und der DDR zeigte bis zur Vereinigung 1990 bedeutende ideologische und legitimatorische Unterschiede, aber auch erstaunliche Gemeinsamkeiten. Weithin präsent in beiden Staaten waren verschiedene Formen der Abwehr von Erinnerung und Schuld sowie Rückgriffe auf christliche und humanistische Interpretationsmuster. Für den pädagogischen Umgang mit Kunst und Holocaust ist es bedeutend, sich die geschichtlichen, erinnerungspolitischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge zu vergegenwärtigen wie auch der eigenen Verstrickungen bewusst zu werden. Diese Reflexion ist für die Gesellschaft elementar, um für die Zukunft der Erinnerung neue Wege zu suchen. Kunst und Kultur können in diesem Sinne neue gesellschaftliche Debatten eröffnen.