Arbeitskreis Konfrontationen

Schichten der Gedenkstätte
2. Orte stehen für Erfahrungen – die Topographie des Lagers

Die zweite Einheit steht für die inhaltliche Vertiefung der historischen Lagergeschichte anhand ausgewählter Themenkomplexe sowie für die Auseinandersetzung mit künstlerischen Zeugnissen der Häftlingsfrauen. Anhand von Häftlingszeichnungen und Texten beschäftigen sich die Teilnehmer in Kleingruppen mit vorgegebenen Themen, die mit den entsprechenden Orten auf dem Lagergelände in Verbindung stehen. Für die Ankunft im Lager und die Einweisungsprozedur steht stellvertretend „das Bad“. Für die Arbeitsbedingungen und die Bedeutung von Arbeit „die Strohschuhflechterei“ im ehemaligen Industriehof. Und für das Terrorregime und die Auseinandersetzung mit den Tätern und Täterinnen die Ausstellung „Im Gefolge der SS“. Zu jedem dieser Orte erhalten die Kleingruppen eine Zeichnung, die noch im Lager oder kurz nach der Befreiung entstanden ist und die alltägliche Lagersituation der Häftlingsfrauen zeigt. Zudem erhalten sie die Biographien der Künstlerinnen. Die Kleingruppen suchen die jeweiligen Orte auf dem Lagergelände auf und fotografierten sie, um den heutigen Zustand sichtbar zu machen. Anhand der eingereichten Texte, bzw. den Ausstellungstexten setzten sich die Teilnehmer inhaltlich mit den Themen auseinander.

Ablauf

Texte und Fotoapparate werden ausgegeben. Die Kleingruppen gehen zu den jeweiligen Orten, um zu fotografieren und mit den vorgegebenen Texten in den Ausstellungen zu arbeiten.

Nach der Rückkehr zeichnet eine Gruppe für die Präsentation einen großflächigen Plan des Lagergeländes auf, der mittels eines Overheadprojektors an die mit Packpapier bezogene Wand projiziert wird. Alle Kleingruppen wählen, wenn sie ihre Arbeitsaufträge erledigt haben, ihre Fotos auf dem Laptop aus, die dann ausgedruckt werden.

In der abschließenden gemeinsamen Runde präsentieren die Kleingruppen ihre Fotos, referieren ihre Arbeit mit den Texten der Ausstellung und die Biographien der Künstlerinnen. Die ausgegebenen Häftlingszeichnungen werden ebenfalls auf dem Plan angebracht. Sie verdeutlichen visuell die damalige Perspektive der Häftlingsfrauen, als historische Zeugnisse und stehen den aktuellen Fotografien der Jugendlichen gegenüber. Wenn die Gruppe vorher die vorgestellten Zeitleisten erarbeitet hat, können die Namen der Künstlerinnen beim Datum ihrer Ankunft in Ravensbrück auf der Zeitleiste zu Ravensbrück eingetragen werden. Die Teamer unterstützen die Präsentation der Gruppen und ergänzen sie gegebenenfalls.

Texte und Zeichnungen

Bad
Thema:
Ankunft im Lager
Bilder:
2x Violette Lecoq
Texte:
Loretta Walz, „Und dann kommst du dahin an einem schönen Sommertag“. Die Frauen von Ravensbrück; München (2005), ausgewählte Passagen aus S.379-415.

Johannes Fosmark (Hg.), Danske I tyske koncentrationslejre, Kopenhagen (1945), S.186 (übersetzte Passage) Katja Limbächer (Hg.), Das Mädchenkonzentrationslager Uckermark, Hamburg (2005), S.135.

Biographie Violette Lecoq
Industriehof
Thema:
Arbeit
Bild:
Jirsikova „Strohschuhflechterei“
Texte:
Zusammenfassung vorgegebener Texte in der Ausstellung im Industriehof

Kurzbiographie Nina Jirsikova
Häuser der Aufseherinnen/Ausstellung „Im Gefolge der SS“
Thema:
Aufseherinnen in Ravensbrück
Bild:
Eliane Jeannin-Garreau
Texte:
Zusammenfassung vorgegebener Texte in der Ausstellung „Im Gefolge der SS“

Kurzbiographie Eliane Jeannin-Garreau
Krankenrevier
Bild:
Aat Breur
Texte:
Dr. Adelaïde M. Hautval: Médécine et crimes contre l’humanité. Témoignage. Arles 1991, hier zitiert aus: Dunya Breur: Ich lebe, weil du dich erinnerst. Frauen und Kinder in Ravensbrück, Berlin, 1997.

Kurzbiographie Aat Breur

Material

Zeit:
2 ½ bis 3 Stunden

Alter:
ab 15 Jahre
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